Bericht: Verkehrspolitische Bustour mit Winne Hermann MdL

Bericht: Verkehrspolitische Bustour mit Winne Hermann MdL

Verkehrspolitische Bustour mit Winne Hermann, MdL:
„Wir sollten den Klimawandel an die Deutsche Bahn abgeben“
Gelungenes, letztes Wahlkampf-Event mit Winne Hermann. Auf Einladung von Tobias B. Bacherle, Bundestagskandidat für Bündnis 90/Die GRÜNEN im Wahlkreis Böblingen ging es am Freitag per Bus quer durch Sindelfingen und Böblingen.  Infos zu den ausgewählten Stätten nachhaltiger Mobilität gab es von den beiden Landtagsabgeordneten Winne Hermann und Thekla Walker.

Los ging es in einem waschechten Baden-Württemberger Bus aus dem Jahr 1986. „Der Bus zumindest ist durch sein Baujahr über jegliche Abgas-Manipulation erhaben“, so die launige Begrüßung von Heiko Focken vom GRÜNEN Ortsverband Sindelfingen. „Die Mobilitätswende ist eine der wichtigsten Herausforderungen für unseren Wahlkreis, das haben mir auch die vielen Podiumsdiskussionen der letzten Tage gezeigt. Und da steckt viel mehr dahinter als nur das E-Auto. Für das Programm ‚Schiene vor Straße‘ brauchen wir die Unterstützung vom Bund und wir hoffen nach der Wahl einen Bundesverkehrsminister zu bekommen, der uns hier auch unterstützt“, leitete Bacherle das Thema ein.

Erster Stopp an der Baustelle für das Bahnbetriebswerk der Schönbuchbahn, die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Böblingen und Dettenhausen ist derzeit eines der größten Bahn-Projekte im Kreis Böblingen. Hermann: „Im Moment wird viel über die Elektrifizierung des Autos gesprochen, was dabei vergessen wird: Hier in Baden- Württemberg sind ein Drittel aller Schienenstrecken noch gar nicht elektrifiziert. Die Schönbuchbahn ist das erste Projekt unserer Initiative“. Aber es gehe nicht nur um Antriebe, für eine Verkehrswende brauche es neue Gesamtkonzepte, ohne die Weiterführung der Energiewende sei das nicht zu stemmen. „Was wir brauchen ist ein anderer Mobilitätsmix: Weniger Auto, mehr Rad und Bahn und ein besserer ÖPNV.“ Die 37,5 Millionen für die neue Schönbuchbahn seien gut investiertes Geld, bis Ende des nächsten Jahres soll sei dann im 15 Minuten-Takt Holzgerlingen und Böblingen verbinden. „Die Bahn trägt dann dazu bei, dass mehr Menschen elektromobil unterwegs sein werden als mit einem eigenen E-Auto“, so Hermann.

Nächster Halt dann an der Baustelle für die neue Bahnunterführung Herrenberger Straße, wegen der besseren Vertaktung wird es hier keine Bahnschranke geben. Auf die Frage, wann es eine Viertelstundentaktung zum Beispiel der S 6 nach Leonberg gäbe, versprach Hermann „Es wird mehr Geld geben, um das zu finanzieren. Aber wenn wir eine bessere Mobilität wollen, brauchen wir in Zukunft auch mehr Mittel vom Bund. Wir kriegen die Leute nur zum Umsteigen in die Bahn, wenn Bahnfahren zuverlässiger, pünktlicher, sauberer und sicherer wird“
Weitere Diskussionspunkte waren die hohen Ticket Preise und Unübersichtlichkeit über die vielen, verschiedenen Verkehrsverbünde. „Genau 23, das ist in anderen Bundesländern anders“, so die Antwort Hermanns. „Zonenwaben und Automaten sind Abschreckung für den ÖPNV. In den nächsten Wochen planen wir die Gründung einer Landestarifgesellschaft. Damit wollen wir ein neues Vertriebssystem und modernes Ticketing auf den Weg bringen“.

Weiter ging’s mit einem Dauerbrenner: der fehlende Lückenschluss zwischen der B 295 und B 464 in Höhe Renningen und die Querelen mit der Stadtverwaltung.  Hermann konterte, die Schuld für die Verzögerungen gehe auf die Kappe des Renninger Bügermeisters. „Je breiter der Lückenschluss gebaut wird, desto mehr Fläche wird verbraucht und desto fetter muss dann auch die Straße sein, das zieht noch mehr Verkehr nach sich“, so Hermanns Kritik an den ursprünglichen Planungen. Die beiden Kreiselverkehre zusammen mit der neuen Einfädelung auf die B 295 hätten sich als belastungsfähig erwiesen. „Wir setzen die Priorität jetzt erst einmal auf die Deckelung der A 81, das muss Step by Step erfolgen, sonst droht der Kollaps“

Zurück in Sindelfingen stellte die GRÜNEN-Regional- und Stadträtin Sabine Kober die Ausbau-Pläne des Bahnhofs zum neuen Mobilitätspunkt vor: Probleme gäbe es derzeit vor allem mit dem Standort des alten Güterschuppens, hier sei der neue Mobilitätspunkt mit einer besseren Anbindung an die Bushaltestelle geplant. Der Schuppen läge nah an den Gleisen, das gäbe jetzt Probleme beim Abriss. Im Herbst 2019 soll es mit dem Bau losgehen, 2020 sei die Fertigstellung geplant. „Wir sollten den Klimawandel an die deutsche Bahn abgeben, dann geht der langsamer voran“, so die launige Reaktion Hermanns. „Es kann nicht sein, dass so ein Kleinkram so lange dauert. Die Bahn will ganz Stuttgart untertunneln und schafft es zeitnah nicht, einen Schuppen abzureißen.“

Einen positiven Ausblick gab’s schlussendlich noch auf geplante Radschnellwege. Drei Pilotprojekte seien konkret auf dem Weg. Den Städten im Raum Stuttgart und im Raum Sindelfingen/Böblingen müsse aber auch klar sein, dass Radschnellwege nicht an Stadtgrenzen enden können. Nach den vielen Infos hatte Bacherle das Schlusswort: „Die GRÜNEN machen einen Unterschied, das sehen wir hier auch wieder an unseren Landtagsabgeordneten. Das sollte auch bei der Bundestagswahl bedacht werden. Deshalb stimmen Sie für die GRÜNEN“

Mehr Infos auch unter www.tbbacherle.eu